Weiter unten werden die einzelnen Heuschreckenarten genauer vorgestellt und persönliche Meinungen oder Erfahrungen eingebracht.

 

 

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Übersicht von Heuschreckenarten fotografiert in Kroatien

Übersicht von Heuschreckenarten fotografiert in Deutschland.

In dem folgenden Abschnitt werden die einzelen Heuschreckenarten genauer vorgestellt.

Europäische Gottesanbeterin

Europäische Gottesanbeterin (Mantis Religiosa)

Auf diesem Foto sieht man eine subadulte europäische Gottesanbeterin. Ausgewachsene Insekten dieser Art sind grün oder braun. Mich faszinieren die Facettenaugen des Insektes besonders. Die Gottesanbeterinnen können ihre „Pupillen“ innerhalb der Facettenaugen hin und her bewegen, während der Rest des Körpers sich in der Umgebung ohne jegliche Bewegung tarnt. Auch können sie nur ihren Kopf in verschiedene Richtungen schwenken um ein beliebiges Zielobjekt zu beobachten. Für ein wirbelloses Insekt ist dies eine erstaunliche Leistung.  

Auch können diese Insekten recht gut springen, was ich zuvor nicht gewusst hatte. Deswegen war ich erstaunt als mir mein „Fotoobjekt“ aus der Hand sprang.

Fotografiert in Kroatien, auf einer steinigen Trockenwiese.

Grünes Heupferd

Das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima) kann man leicht von anderen Heuschreckenarten unterscheiden, vor allem wenn diese adult sind. Den langen Legebohrer besitzen nur die Weibchen mit dem sie 200 bis 600 Eier in die Erde oder in den Sand legen.

 

Sie ernähren sich Hauptsächlich von anderen Insekten in geeigneter Größe, fressen aber auch verschiedene Pflanzenarten/Kräuter. Die kraftvollen Insekten können sehr gut fliegen und bevorzugen sonnige Trockenwiesen.

 

Die beiden Fotos zeigen ein weibliches grünes Heupferd, aufgenommen auf einer sandigen Trockenwiese, nahe eines Sees.

Warzenbeißer

Der Warzenbeißer ist bisher mein Favorit unter allen Heuschreckenarten. Weibchen werden 44 mm lang und genauso massig wie das grüne Heupferd. Als ich die Heuschrecke auf der Handfläche fotografieren wollte, biss diese ohne Vorwarnung in meine Hand, so dass ich sie fallen lassen musste. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nichts über die Art und reagierte mit einem "war ja klar" als ich las, dass es sich um einen Warzen,-BEIßER handelte.

 

Der Name kommt daher, dass früher (ca. 1700 v. Chr. vielleicht auch noch früher) diese Insekten eingefangen wurde damit sie Warzen zerbeißen.

 

Die Art reagiert empfindlich auf Umweltveränderungen und ist gebietsweise in Deutschland bereits verschwunden. Rote Liste BRD: 3 (gefährdet)

Fotografiert auf einer Waldlichtung in einem ungepflegten Heidegebiet.

Südlicher Warzenbeißer

Die Begegnung mit dem Südlichen Warzenbeißer (Decticus albifrons) war sehr viel harmonischer. Wir trafen uns beim Café auf einer romantischen Autobahnraststätte ohne fließendes Wasser in Nordkroatien. Als Ich und Denise auf unseren Kaffee warteten, auf rustikalen Holzbänken, beschlossen wir kurz einen Blick auf die weite Steppe zu werfen. Direkt neben dem Holzbalken auf dem ich mich abstützte, tauchte der Südliche Warzenbeißer auf und wir nahmen ihn mit zum Kaffee trinken.

Südliche Warzenbeißer werden größer als der in Nordeuropa vorkommende Warzenbeißer. Ihr Gesang ist lauter und es wurde noch kein Exemplar nördlich der Alpen gefunden.

Kurzflügelige Beißschrecke

Die Kurzflügelige Beißschrecke (Metrioptera brachyptera) sieht der Roesels Beißschrecke (Metrioptera roeselii) sehr ähnlich, kommt allerdings nicht so häufig vor.

 

Fotografiert auf einer Waldlichtung in einem ungepflegten Heidegebiet.

Gemeine Strauchschrecke

Die Gemeine Strauchschrecke (Pholidoptera griseoaptera) ernährt sich räuberisch von kleinen Insekten wie z.B. Blattläusen, sie fressen aber auch Pflanzen. Diese flugunfähige Heuschreckenart ist bereits bei Temperaturen über 7 °C aktiv. Da sie einen sehr umfangreichen Lebensraum (von Nord-Spanien bis zum Kaukasus) besetzt, ist sie nicht bestandsgefährdet. In Mitteleuropa kommt sie häufig vor.

 

Fotografiert in Kroatien.

Grüne Strauchschrecke

Grüne Strauchschrecke (Eupholidoptera chabrieri)

Diese sehr schöne Heuschreckenart bekamen wir während unseres Kroatien-Urlaubs häufiger zu sehen. Sogar nachts entdeckte ich hin und wieder eine Grüne Strauchschrecke auf den Bäumen. Weibchen sehen den Männchen sehr ähnlich, haben allerdings einen Legestachel.

Punktierte Zartschrecke

Hier sieht man eine weibliche "Punktierte Zartschrecke". Gut erkennbar durch den nach oben gebogenen Legestachel. Diese Art findet man in den nördlichen und westlichen Bundesländer häufig, sind jedoch in den östlichen Bundesländern nicht vertreten. Sie scheinen jedoch langsam einzuwandern.

Leicht zu verwechseln ist diese Art mit der Gestreifen Zartschrecke (Leptophyes albovittata) und der Laubholz-Säbelschrecke (Barbitistes serricauda).

Diese Heuschrecke konnte ich an einer Waldlichtung in Niedersachsen fotografieren.

Gemeine Sichelschrecke

Die Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata) kann man leicht mit der Vierpunktigen Sichelschrecke (Phaneroptera nana) verwechseln. Ich freute mich, sie auf einer üppigen Wiese anzutreffen, da ich schon mal von dieser Art gelesen, sie aber noch nie in der Natur gefunden hatte. Diese Heuschreckenart könnte man theoretisch auch mit dem Grünen/Großen Heupferd verwechseln. Die Gemeine Sichelschrecke ist aber um einiges leichtfüßiger, kann meiner Meinung nach aber genauso gut fliegen.

Langbeinige Sichelschrecke

Langbeinige Sichelschrecke (Acrometopa macropoda)

Aufgenommen in Kroatien. Die Langbeinige Sichelschrecke hat, wie man im Video erkennen kann, ein chameleonartigen Gang.

Ein faszinierendes Insekt!

Gewöhnliche Nasenschrecke

Gewöhnliche Nasenschrecke (Acrida ungarica)

Die Gewöhnliche Nasenschrecke (Acrida ungarica) ist eindeutig ein Tarnungskünstler den man in seiner natürlichen Umgebung nur schwer ausfindig machen kann. An der Küste fanden wir grau-braune,- und auf einer üppigen Wiese eine grüne Farbform der Gewöhnlichen Nasenschrecke.

Ägyptische Wanderheuschrecke

Diese riesige Heuschrecke fanden wir auf einer sehr idyllischen Halbinsel. An einem warmen sonnigen Tag unternamen wir eine Wanderung. Als wir durch verfallene Ruinen, umgeben von Wachholderbüschen wanderten, hörten wir ein großes Insekt fliegen. Die Ägyptische Wanderheuschrecke (Anacridium aegyptium)! Sie kann ausgezeichnet fliegen und tarnt sich trotz ihrer Größe sehr gut. Der kraftvolle Absprung der Heuschrecke von meiner Hand und der anschließende Flug ließ mich bewundernd zurück. Man kann das Insekt beim Flug schonmal mit kleinen Vögeln verwechseln, zumindest wenn man nicht genau hinsieht.

Blauflügelige Ödlandschrecke

Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)

Rote Liste BRD : 3 (gefährdet)

Die Blauflügelige Ödlandschrecke überrascht meiner Meinung nach in zwei Hinsichten. Erstens, durch ihre sehr gute Tarnung! Es wurden wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt und man konnte beweisen, dass sich die Ödlandschrecke ein Habitat aussucht, welches ihrer Körperfärbung entspricht. Zweitens überrascht das Insekt durch die großen blauen Flügel, die beim Fliegen b.z.w. Springen des Insektes sehr gut sichtbar werden. Sie bevorzugen warme, offene Gebiete. Erstaunlicherweise konnte ich diese Art sowohl in Kroatien als auch ca. 5km von meinem Wohnort entfernt entdecken. Diese Art ist in Deutschland aber eher selten anzutreffen.

Rotflügelige Ödlandschrecke

Rotflügelige Ödlandschrecke (Qecdipoda germanica)

Die Rotflügelige Ödlandschrecke ist der Blauflügeligen Ödlandschrecke bis auf die Flügelfarbe sehr ähnlich. Sowohl im Aussehen als auch im Verhalten. Einziger Unterschied ist, dass die erst genannte Art in Deutschland vom Aussterben bedroht ist. Rote Liste BRD: 1

 

Die Aufnahmen haben wir in Kroatien gemacht.

 

Kreuzschrecke

Diese wunderschöne und nicht gerade kleine Heuschreckenart (der Kurzfühlerschrecken) beeindruckt mit einem besonderem Tarnmuster. Sie besiedeln sehr warme Trockenwiesen, steppenartige Lebensräume oder Felshänge. Während des Flugs erzeugen die Schrecken ein Schnattern.

 

In Deutschland kommt diese Art nicht vor.

 

Fotografiert in Kroatien, auf einer wenig bewachsenen, sonnigen, offenen Fläche.

Eine weitere Zeichnungs,- oder Farbvariante der Kreuzschrecke (Oedaleus desorus). Sie ist in ihrem natürlichem Lebensraum perfekt getarnt.

Die Sumpfschrecke

Die Sumpfschrecke auf dem Foto ist ca. 4 cm groß. Gefunden haben wir sie in Deutschland auf einer Feuchtwiese im Torfgebiet. Die erwachsenen Sumpfschrecken werden nur ca. 50 Tage alt. Die Larven haben den höchsten Feuchtigkeitsanspruch aller europäischen Arten. Sie ist auf Feuchtgebiete angewiesen und war einst weit verbreitet und häufig. Durch die Trockenlegung von Überschwemmungsgebieten ist die Art mittlerweile sehr selten geworden.

Nachtigall-Grashüpfer

Fortsetzung folgt